Dienstag, 22. März 2011

Mundartfassung des Prometheus

1)
Verdunkle din Himmel Zeus,
mit düstere Wulche!
Und üäb, wie de chlini Lussbueb/Giel,
wo us übermuet eifachd distle köpft,
dich ad de eiche und de berge!
Mini Erde musch mer
doch wohl stah lah,
wie au mini Hütte,
wo du eidütig nöd baut hesch,
wie min Herd,
dem du sini Gluet
gern hettisch.

2)
Ich kenn nüt mitleiderweckenders
under de Sunne, als oi Götter.
Ihr überlebed dank Opfergabe
und tägliche Gebet.
Ihr, doch so hochagsehendi König
würd vor d'Hünd gha, gebtis
nöd Chind und Bettler,
wo dir so treu, aber dumm.

3)
Wo ich no unschuldig gchrablet bin,
kei ahnig gha han wie's so wird si,
ziehts mis Aug doch scho automatisch
richtig sunne, als wenn dete im blaue irgendwo
es ohr wär, wo jetzt scho mis Leid ghört.
So d'sege es Zwillingsherz zu mim,
eis wo sich am Leidende erbarmt.

Samstag, 19. März 2011

Werther:Nach dem Lesen

Ich habe nun das Buch "Die Leiden des jungen Werthers" zu Ende gelesen und mir ist vor allem eins ins Auge gestochen, was mich gestört hat.Dass man von Anfang an wusste was passieren wird.Wir haben dies ja bereits in der Stunde besprochen und ich habe mir noch ein paar Gedanken dazu gemacht.

Sie haben es und von Anfang an gesagt, aber auch im Buch wird relativ schnell klar, wie es enden wird und somit wird keinerlei Spannung aufgebaut.Ich finde man kann es vergleichen mit einem typischen Hollywood Liebesfilm.Schon zu Beginn weiss man, wie es enden wird und trotzdem weint man, wenn es zwischenzeitlich so aussieht, als würde es doch kein Happyend geben.Aber dort werden absichtlich unsere Emotionen angesprochen, damit man sich selber in die Lage der Schauspieler versetzen kann und deswegen so mitfühlend ist.Oder vergleichbar ist es auch mit einem Krimi, bei dem zu Anfang die Leiche aufgefunden wird und man dann "nur" noch klären muss wer der Verantwortliche war, aber auch dort ist es spannend, denn man weiss nicht ob vielleicht der Kommissar selber dann noch zum Opfer wird und es spannend ist, was für raffinierte Pläne Verbrechen machen, die dann aber trotzdem durch einen ganz ganz kleinen Fehler doch noch aufgeklärt werden.Aber bei Werther ist es ein Selbstmord und nicht beispielsweise ein fiktiver Selbstmord, der nur als solcher getarnt ist.Und den Grund wieso er sich umbringen wird, wird ebenfalls sofort ersichtlich, spätestens als man erfährt, dass die Frau in die er verliebt ist bereits vergeben ist.Das finde ich wirklich schade.Weil Goethe hätte es ohne Problem gekonnt eine solche Spannung aufzubauen.Aber, dass ist meine Meinung und wie wir bereits in der Stunde gesehen haben, gibt es sehr verschiedene.
Abgesehen davon fand ich es etwas übertrieben, dass er sich so in die Sache reingesteigert bis er sich sogar für sie dann "opfert".Aber man bekommt einen Einblick in die Welt, wie sie damals noch war.Wie sich die Menschen kleideten und was sie so für Gewohnheiten hatten, was ich durchaus gut finde.

Samstag, 12. März 2011

Werther Brief 2: 4. Dezember

Mein ehrenwürdiger Freund.Wie ich deinem Brief nur allzu deutlich entnehmen kann, ist mein Rat vom Julius dieses Jahres nicht befolgt worden.Ich kann nicht sagen ob deine Absicht dazu fehlte oder ob dein Herz dir sowieso zu diesem Zeitpunkt schon einen zu grossen Streich gespielt hatte. Ich will dich damit nicht erniedrigen, weil ich auch selber nicht weiss, ob mein seine Gefühle nur durch grossen Willen steuern kann.Doch denke daran: Ich halte zu dir und wenn es dein Herz erleichtert mir Briefe zu schreiben, so tu* es so oft du nur willst.Wenn es dein Herz erleichtern würde, wäre ich bei dir, so sag* es ruhig und ich komme.Wenn meine Person also irgendetwas tun kann, um dein Leiden zu bessern, so berichte es mir so schnell als möglich.



*eigentlich heisst es sage/tue, aber ich habe mir gedacht, dass in diesem Fall diese Form besser passen würde..?

Samstag, 5. März 2011

Werther Brief 1

Mein sehr geschätzter Freund Werther.So wie du mir deine Lage geschildert hast, ist es doch sehr ernst und ein wohlwollender Tipp eines alten Freundes dazu wäre:verhindere selbst zum Schiffbrüchigen zu werden, durch den Magnetberg, der auf dich ja augenscheinlich eine so grosse Anziehung hat.Denn ich kenne noch ein anderes Märchen von einem jungen Mann:er verliebte sich in eine reizende Frau, sie konnte mit Kindern umgehen, hatte ein gutes Herz und ihr Aussehen fesselte noch so manchen.Doch sie war vergeben, verlobt und bald sogar schon getraut. Er hatte sich jedoch so in diese Sache reingesteigert und nicht einmal probiert ihr nicht mehr ausgeliefert zu sein, dass er ab dem Tag an dem die Hochzeit stattfand sich für immer in sein Haus einsperrte und so sein ganzes Leben an ihm vorbeizog, bis er an seinem letzten Tag noch ein einziges Mal die frische Luft und die aufblühenden Blüten des Frühlings riechen wollte. Auf diesem letzten Weg durch die Wälder begegnete er einer verzückenden Frau, die schon seit Jahren seine Nachbarin gewesen war, die er aber, weil er sich immer nur in seinem Haus verkrochen hatte, nie zu Gesicht bekommen hatte.Und nun war es zu spät.